Legionellen im Trinkwassser

Legionellen

Legionellen im Trinkwasser sind seit November 2011 immer wieder Thema in den Medien. Auslöser sind die verschärften Regelungen der Trinkwasserverordnung 2001 (TrinkwV 2001), nach denen nun auch in Wohnhäusern mit mehr als 3 Wohneinheiten unter bestimmten Umständen regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen durchgeführt werden müssen. Ausschlaggebend ist die Größe der Trinkwassererwärmungsanlage; außerdem müssen Einrichtungen, in denen es zu einer Vernebelung des Wassers kommen kann, vorhanden sein.  Ob Ihr Trinkwasser mit Legionellen in gefährlicher Konzentration kontaminiert ist, kann grundsätzlich nur mithilfe einer Wasseranalyse herausgefunden werden – Sie können es weder sehen, riechen noch schmecken.

Was sind Legionellen?

Legionellen sind Bakterien, die in geringer Konzentration überall im Wasser vorkommen können. Sie können in natürlichen und künstlichen Gewässern wie Fließgewässern, stehenden Gewässern, Leitungssystemen, Whirlpools, Boilern etc. leben. Es gibt viele Arten von Legionellen. Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophilia. Sie ist Erreger für Lungenerkrankungen, die sog. Legionärskrankeit. Besonders kleine Kinder, ältere Personen und solche mit geschwächtem Immunsystem können gefährdet sein; der Krankheitsverlauf kann je nach Situation tödlich enden.

Der bloße Kontakt mit legionellenhaltigem Wasser führt nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung. Erst, wenn die Legionellen in tiefere Lungenabschnitte gelangen, zum Beispiel durch Einatmen von Aerosol, kann es zu Erkrankungen kommen. Aerosole entstehen beim Duschen, bei Klimaanlagen, Rasensprengern oder Whirlpools – also bei Anlagen, bei denen ein Nebel von Wassertröpfchen erzeugt wird. Das Trinken von legionellenhaltigem Wasser stellt für Personen mit intaktem Immunsystem keine Gesundheitsgefahr dar.

Wen betrifft die Untersuchungspflicht nach TrinkwV und wen nicht?

Die regelmäßige Untersuchungspflicht auf Legionellen im Trinkwasser betrifft nicht mehr nur bestimmte öffentliche Immobilien (z. B. Seniorenheime, Krankenhäuser, Kindergärten etc.) mit sensiblem Bewohnerkreis, sondern alle Immobilien, in denen Trinkwasser öffentlich oder gewerblich – hierzu zählt auch vermieteter Wohnraum ab 3 Wohneinheiten – zur Verfügung gestellt wird und folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Das Gebäude verfügt über eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung mit einem Speichervolumen von mehr als 400 l und/oder einem Inhalt von mehr als 3 l je Rohrleitung zwischen Ausgang der Trinkwassererwärmung und der Entnahmestelle.
  • Es gibt Duschen oder andere Einrichtungen, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt.

Mit anderen Worten: Seit November 2011 müssen Mehrfamilienhäuser ab 3 Wohneinheiten – unabhängig davon ob es sich um reine Eigentümergemeinschaften oder vermietete Wohnungen handelt – regelmäßig auf Legionellen untersucht werden. Mit der Novellierung der TrinkwV im Jahr 2012 wurde der Zeitraum auf mindestens alle 3 Jahre festgelegt. Die Frist zur erstmaligen Untersuchung läuft am 31.12.2013 aus.

Für private Ein- bis Zweifamilienhäuser besteht die Untersuchungspflicht auf Legionellen nicht; auch nicht, wenn es sich um vermieteten Wohnraum handelt. Trotzdem kann es natürlich auch hier zu Kontaminationen des Trinkwassers mit Legionellen kommen.

Wie können die Legionellen überhaupt in mein Trinkwasser gelangen?

Grundsätzlich ist Ihr örtlicher Wasserlieferant verantwortlich für gesundheitlich unbedenkliches Trinkwasser; so muss er u. a. dafür sorgen, dass die Konzentration von Legionellen unterhalb der gesetzlich festgelegten Grenzwerte liegt. Dieser Verantwortung hört jedoch ab dem Übergabepunkt hinter der Wasseruhr Ihres Gebäudes auf. Ab hier ist der Immobilienbesitzer bzw. -betreiber verantwortlich!

Da Legionellen in geringer Konzentration – also unterhalb der bereits erwähnten gesetzlich festgelegten Grenzwerte – in jedem Trinkwasser vorkommen können, gilt es, Maßnahme zu ergreifen, die eine Vermehrung der Legionellen und damit eine Gesundheitsgefährdung verhindern. Dies hängt in besonderem Maß vom Zustand der gesamten Trinkwasserinstallation ab. Neben der Temperatur, die in der Warmwassererwärmungsanlage über 55 °C  liegen muss, spielen Material der Rohrleitungen und Armaturen genau so eine wichtige Rolle, wie Einbauten an der Zirkulation (Pumpen, Strangregulierer etc.) und ein ingesamt ordnungsgemäßer Betrieb der Anlage. Und genau deshalb sind regelmäßige Wartung, Instandhaltung und Instandsetzung Pflicht der Betreiber, die damit Sorge dafür tragen, dass die Trinkwasserinstallation kontinuierlich den gesetzlich geforderten „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ entspricht. Einen Bestandsschutz für ältere Anlagen gibt es übrigens nicht.

 

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